Pinterest – Features, Best Practice und Urheberrecht
| 13. Mai 2012 | Veröffentlicht von Claudia Wolf unter Best Practice, Case Studies, Home, Online Mediaplanung, Online Tools zur Erfolgsmessung, Social Media Marketing |
Die Medien berichten häufig und ausführlich über die rasante Entwicklung und das enorme Wachstum von Pinterest. Wir wollen in diesem Beitrag dieses soziale Netzwerk ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen und die wichtigsten Fakten, Entwicklungen und Best Practices aufzeigen.
Laut Paul Sciarra (Co-Founder) wurde Pinterest von ihm gemeinsam mit Ben und Evan in Palo Alto gegründet. Die erste Version wurde Anfang 2010 gelauncht. Damals wurde Pinterest nur von einer handvoll Freunden und interessierten Usern genutzt. Die Idee hinter dem Projekt war: dem User ein Internetservice anzubieten, wo man eine “Bildersammlung” (ein virtuelles Fotoalbum) erstellen und mit anderen Usern teilen kann
Pinterest wird von einer Gruppe erfolgreicher Unternehmer und Investoren wie Jack Abraham (Milo), Michael Birch (Bebo), Scott Belsky (Behance), Shana Fisher (Highline Venture Partners), Ron Conway (SV Angel), Kevin Hartz (EventBrite), Jeremy Stoppelman (Yelp), Hank Vigil, Fritz Lanman, and Brian S. Cohen finanziert.
Die aktuellen Userzahlen von Pinterest sind nach dem extremen Hype bereits rückläufig. Derzeit gibt es ca. 12. Mio User (davon sind laut comscore ca. 70 % weiblich). Im deutschsprachigen Raum ist dieses soziale Netzwerk noch nicht so weit verbreitet wie in den USA. Mehr zu der aktuellen Entwicklung der Userzahlen und Verbreitung von Pinterest finden Sie in dem Artikel von Nicholas Carlson hier http://www.businessinsider.com/pinterests-hype-bubble-has-burst-and-now-it-is-actually-losing-users-2012-4
Core Features aus Nutzersicht
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Die Installation ist sehr einfach und funktioniert mittels eines kleinen Scripts im Browser. Der Pin-It-Button ermöglicht es jedem User mit nur einem Klick Bilder oder Videos aus dem Netz in die eigenen Boards zu pinnen. Die Mitglieder können auch persönliche Fotos/Videos online stellen bzw. schon gepinntes Material repinnen.
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Die Pinterest Mitgliedschaft ist gratis!
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Der Aufbau von Pinterest ist klar und übersichtlich und bietet viel Platz für die Pins. Die Mitglieder können in kurzer Zeit eine Menge Bilder ansehen und teilen. Pinterest ist schlicht und unaufdringlich, keine Statusmeldungen, kein Informationsüberfluss.
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Pinterest macht Spaß. Es ist lustig von einer Pinwand zur nächsten zu surfen und Interessen und Hobbies mit anderen zu teilen und für gewisse Anlässe , wie z.B. “Hochzeit feiern”, “Wohnung dekorieren”, Anregungen zu holen und sich inspirieren zu lassen.
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Die Plattform lebt von qualitativ hochwertigen Fotos und ihren Beschreibungen, nicht von Schnappschüssen, wie es auf den anderen Social Communities der Fall ist. Die Hauptkategorien sind: Mode, Einrichtungsgegenstände, Essen und Trinken, Sehenswürdigkeiten, Architektur, “Do it yourself”, Tiere etc.
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Pinterst kann auch unterwegs genutzt werden, da ein mobiles App existiert.
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Vernetzung mit anderen Social Communities ist simpel und schnell möglich. Bei Twitter – Link zum Bild und bei Facebook – Feed in die Facebook Timeline.
Core Features aus Unternehmenssicht
- Marken-Imageaufbau. Über Pinterest kann die eigene Marke erlebbar gemacht werden. Der Unternehmer kann seine Produkte ansprechend präsentieren und durch Likes” und “Repins” viral weiter verbreiten.
- Erhöhter Traffic im Netz. Die Plattform bietet die Möglichkeit den Verkehr im Internet rund um das eigene Unternehmen stark und effektiv zu erhöhen. Pinterest bringt mehr User auf die Website als YouTube und Google+ zusammen.
- Verknüpfung mit Social Commerce möglich. Der Unternehmer kann Fotos aus seinem Online-Shop pinnen und einen direkten Link von Pinterest zu seinem Shop legen. Funktioniert selbstverständlich auch zur eigenen Website oder zum eigenen Blog. Wenn der Pin-It-Button auf der Website hinzugefügt ist, ermöglicht es dem User ein leichtes Auffinden des Unternehmens auf Pinterest.
- Die Pinterest Mitgliedschaft ist auch für kommerzielle Mitglieder gratis!
- Riesige Reichweite. Pinterest hat derzeit ca. 12 Millionen User monatlich, 2,2 Mio davon nutzen die Seite täglich und der Großteil sind Frauen.
Tipps für den Aufbau der Markenpräsenz
- User Name sicher - Oft sind die gewünschten User Namen vergeben und in Verwendung, daher empfiehlt es sich, rasch den angepeilten Namen zu sichern.
- Markenwerte einsetzen - Die Werte einer Marke können durch die gezielte Inszenierung in Bildern greifbarer und so dem Pinterest Nutzer näher gebracht werden.
- Lifestyle statt Produkt Promotion – Die unterschiedlichen Themen stehen hier im Vordergrund. Es geht darum, den Nutzer auf “pinterestische” Art und Weise in die Markenwelt eintauchen zu lassen und so einen Lifestyle und ein gewisses Gefühl für die Marke zu vermitteln. Von klassischen Produktpräsentationen ist abzuraten.
- Preise angeben – Interessenten möchten wissen, zu welchen Preis das jeweilige Produkt erworben werden kann und erspart dem möglichen Käufer unnötige Recherchearbeiten. Die Preise am besten in der Bildbeschreibung angeben.
- Hashtags vergeben – Damit das Gepinnte gefunden wird, gibt es die Möglichkeit die Wörter mit Hashtags (#) zu versehen.
- Pin it Button auf der eigenen Website integrieren! Besucher und Interessenten werden ermutigt, Bilder (Produkte) im eigenen Board anzuzeigen.
- Kundeninformationen gewinnen – Wertvolle Informationen können von Kunden gesammelt werden (Bilder werden kommentiert, Meinungen abgeben …). Die Interessenten übernehmen hier auch die Funktion einer “Fokusgruppe”. Zuhören und Lernen!
Quelle: http://mashable.com/2012/02/27/pinterest-marketing/
Verbindung zu anderen Netzwerken
Pinterest ist bereits mit Facebook und Twitter verknüpft und praktisch integriert. Außerdem ist es RSS-tauglich und kann mittels dem „Embed Button“ überall eingebettet werden. Funktionsverknüpfungen: Bereits bei der Anmeldung bietet Pinterest die Möglichkeit sich nach der Einladung mit dem Facebook oder Twitter Account anzumelden. Ein Pin kann auf Facebook gepostet und als „Gefällt mir“ gekennzeichnet werden. Ebenfalls ist es möglich einen Tweet auf Twitter zu posten.
USP gegenüber anderen Netzwerken
Das Netzwerk hat den Vorteil, dass es sich auf die Interessen der User spezialisiert hat. Im Vordergrund stehen hier die Gegenstände, Vorlieben, Cool Stuff, und Interessen. Diese Pins sind nach Kategorien, Themen und Videos geordnet. Außerdem kann man wie bei Twitter auch Personen folgen und bekommt laufend deren Pins. Im Gegensatz zu anderen Sozialen Netzwerken sprechen hier Bilder und Videos. Auch das Nutzerverhalten lässt sich erkennen: „Bilder sagen mehr als 1000 Worte“.
Ein weiteres USP ist das Angebot für Unternehmen. Diese können Ihre Produkte wesentlich besser zum Ausdruck bringen. Es gibt einen eigenen Bereich für Geschenke, welche nach Preiskategorien unterteilt sind. Dieser Bereich animiert den User zum stöbern und bringt diesen direkt zum Produkt. Insgesamt ist das Netzwerk sehr strukturiert, übersichtlich und bietet Unternehmen große Chancen für die Vermarktung und Verbreitung von Produkten. Die sogenannten Boards lassen sich themenverwandte Inhalte zusammenfassen. Diese Funktion bietet die Möglichkeit eine Serie an Bildern wie z.B. Produktreihe zu erstellen und zu präsentieren.
Außerdem ist Pinterest auch für den Bereich SEO sehr interessant, den die Links, die gesetzt werden sind „Dofollow“ Links und haben damit eine Relevanz für das Linkbuilding und in weiterer Folge für die Trafficgenerierung.
Pinterest und das Urheberrechtsgesetz
Beim Pinnen von Fotos aus dem Netz, taucht auch die Frage auf, ob es hier zu Urheberrechtsverletzungen kommen kann. Allgemein kann gesagt werden, dass Bilder – sogenannte Lichtwerke – automatisch ins Urheberrechtsgesetz fallen und eine Erlaubnis des Rechtsinhabers für die Veröffentlichung notwendig ist. Dazu muss zuerst festgestellt werden, ob es zu einer Veröffentlichung von Bildern kommt. Man unterscheidet zwischen Bildern, die kopiert und auf den Pinterest Server abgespeichert sind und solche die eingebettet (Embedded Link) werden. Bei kopierten und auf den Server gespeicherten Bildern liegt ein Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz vor. Unklarheit herrscht bei den Embedded Links, die bei vielen Rechtssprechungen mit einem Hyperlink verglichen werden und somit nicht als rechtswidrig gelten.
Kurz, am besten ist es, nur solche Inhalte zu teilen, wo man sicher ist, dass keine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Außerdem empfiehlt es sich, beim Teilen immer die Quelle anzuführen (vgl. Pinterest und die Gefahren der Urheberrechtsverletzung).
Statistiktools für Pinterest
So richtig von den Socken kann man angesichts der aktuell zur Verfügung stehenden Statistiktools nicht sein, Inbound und Outbound Traffic meines Accounts hätte ich gerne näher begutachtet. Und wenn jetzt alle den doch-wieder-schnellen-Niedergang des neuen Social Media Wunderwuzzis anstimmen wird sich das auch nicht verbessern. Dennoch möchte ich zwei Tools zur näheren Betrachtung anführen:
- PINPUFF www.pinpuff.com
Auf Pinpuff kann man seine „Pinfluence“ (was soviel wie „Pinterest-Influence“ oder „Einfluss innerhalb der Community“ bedeutet). Der Wert setzt sich zusammen aus Bekanntheit, Reichweite, Einfluss und Aktivität eines Pinterest Profils auf einer Skala bis 100. Zusätzlich bewertet Pinpuff einen Account mit monetären Werten, was interessant ist (Benchmarks werden dort auch angezeigt) aber auf kulturelle Aspekte in lokalen Märkten und/oder Nischenbrands keine Rücksicht nimmt.
Was hier jedoch interessant ist ist der Versuch, mittels „PinPerks Program“ ein Rewarding System für Businesskunden aufzubauen, ob es sich durchsetzt wird sich weisen, wie bei vergleichbaren Social Media Plattformen eher nicht für lokale Kunden geeignet. - REPINLY www.repinly.com
Ich hatte in unserer Bloggergruppe die Aufgabe, ein Best Practice Beispiel zu zeigen – mit dem Verweis auf Repinly stehen unseren Lesern alle relevanten Daten zu erfolgreichen Inhalten, Accounts und Kategorien zur Verfügung. Unter „Popular Pins“ werden die aktuell am stärksten bewerteten Pins im Ranking angezeigt, unter „Popular Boards“ werden die stärksten Pinterest Boards gerankt, auf „Top Pinners“ die erfolgreichsten Accounts.
So wie auf Pinpuff kann man sich auch hier den Score seines eigenen Accounts anzeigen lassen, der zeigt andere Werte an, was vermutlich an einer anderen Messmethode liegt.
Best Practice Beispiele “Pinterest-Campaigning”
Die Repinly Gesamtstatistik weist die 3 Top Kategorien „Home Decor“ und „Design“ und „Art“ aus, mit dem überdurchschnittlich hohen Frauenanteil leicht erklärbar. Als Paradebeispiel für erfolgreiches Marketing mit Pinterest wird gerne „Better Homes and Gardens“ angeführt. Der Verlag publiziert konsequent wunderschöne Bilder und hat sich damit enorme Reichweiten die vermutlich durchaus mit den Printauflagen mithalten können. Zwar ist das noch nicht direkt monetarisierbar aber Kundenbindung findet allemal statt. Im Board „Pinner of the Month“ werden sogar Abonnenten mit besonders interessantem Content von der Redaktion ausgewählt – für Fans sicher toll!
Kotex “Woman’s Inspiration Day”
setzte unter dem Motto “Inspiration Day” eine Pinterest Kampagne ein, die nicht nur kreativ, sondern auch erfolgreich war. Als Zielgruppe wurden 50 Frauen ausgewählt, an die jeweils personalisierte Geschenke, verschickt wurde. Die Auswahl der Geschenke richtete sich nach ihren Pinterest – Vorlieben (Pins & Boards). Im Gegenzug sollte das Geschenk auf Pinterest gepinnt werden, was alle 50 Frauen auch taten.
Result: “50 gift boxes = 2,284 interactions & 694,853 total impressions”
(Social Media Influence Tracking System) trackt neben Facebook, Twitter … unter anderem auch Pinterest. Das aktuelle “Pinterest” Tracking zeigt Unternehmen, die bereits sehr erfolgreich - gemessen in “Followers” - Pinterest als Marktingtool einsetzen.
Die Top 10 – Stand 6.5.2012
Quelle: http://www.zoomsphere.com/charts/pinterest/all/profiles/commercial#!0|10
Fazit: Ein spannender neuer Stern am Social Media Himmel, wir sind gespannt wie sich Pinterest weiter entwickeln wird und berichten bestimmt wieder. Mehr interessante Statistiken zu Pinterest findet ihr auf meinem Pinterest Account. Oder eben auf Pinterest, denn das ist – ja klar – auch eine Suchmaschine!






